Bildungsprogramm
Die Zukunft Deutschlands und Hamburgs hängt von den herausragenden Leistungen ihrer Bürger ab. Die Rohstoffarmut des Landes rückt Wissen und Innovationskraft in den Vordergrund. Doch keine Nation ist von Natur aus klüger als ein andere. Deshalb hängt die Fortexistenz des deutschen Gemeinwesens existentiell von der Ausschöpfung des Wissens und der Erfahrungen der eigenen Kultur sowie einem hervorragenden Erziehungs- und Bildungswesen ab.
Bildung und Erziehung sind zuvörderst Menschenrecht. Eine fortschrittliche Gesellschaft muß Bedingungen schaffen, unter denen der Drang eines jeden einzelnen nach Erkenntnis, Entfaltung und Halt befördert und befriedigt werden kann. Ein überragendes Bildungs- und Erziehungswesen schafft einen den einzelnen übersteigenden Nutzen für die Allgemeinheit.
Ziel aller Bildung und Erziehung ist es folglich, über die Stärkung jedes einzelnen in seiner Persönlichkeit, seinem schöpferischen Wissens- und Ideenreichtum sowie seiner Fähigkeit, sich in seiner Umwelt einzubringen, zugleich auch das gesamte Gemeinwesen voranzubringen.
Bildung und Erziehung verpflichten, sich verantwortlich in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen und zu deren geordneten Fortschritt beizutragen.
Weltgewandtheit und Patriotismus sind Stützen einer Gesinnung, die die staatliche und zivile Ordnung Deutschlands, Hamburgs und Europas auf Grundlage der eigenen Tradition und Identität aufbauen und verteidigen will, ohne sich feindlich gegen fremde Mächte zu stellen. Diese Haltung ist Grundlage auch der Bildungs- und Erziehungspolitik.
Gerechtigkeit herrscht, wenn jedem das Seine zuteil wird. Eine gerechte Gesellschaft muß jedem – ob arm oder reich – die gleichen Lebenschancen auf Glück und Sinn eröffnen und jeden in die Lage versetzen und ermutigen, die gebotenen Chancen zu nutzen. Erziehung und Bildung sind hierfür das zentrale Instrument. Niemand darf überfordert werden, niemand gehemmt.
Kurzfassung zentraler Haltungen und Forderungen
- Die Ausbildung in den naturwissenschaftlichen Fächern muß an den Schulen stärker in den Fokus rücken, der Fächerkanon erweitert werden.
- Der RCDS bekennt sich in aller Klarheit zum Erhalt des Gymnasiums.
- In den Klassen sieben bis zwölf soll die Ganztagsschule von 8.00 bis 18.00 Uhr als verpflichtende Regelschule eingeführt werden, in den unteren Klassenstufen als Angebot weiter ausgebaut werden.
- Der RCDS bekennt sich zu verbindlichen Einschulungsprüfungen für alle Kinder, um anspruchsvollen, deutschsprachigen Unterricht zu sichern.
- Die Berufsausbildung und die dazu qualifizierenden Schulabschlüsse müssen gestärkt werden. Die Steigerung der Gymnasial- und Akademikerquote ist nur dann ein sinnvolles Ziel, wenn sie nicht mit einer Absenkung des Qualifikations- und Anforderungsniveaus erkauft wird.
- Im vollen Einklang mit den Bologna-Vereinbarungen soll der Diplom-Titel als Abschlußbezeichnung für achtsemestrige, der Bachelor für sechs- und siebensemestrige Studiengänge vergeben werden. In der Juristenausbildung soll mindestens eine Staatsprüfung erhalten bleiben.
- Der RCDS fordert die Einführung eines Umgekehrten Generationenvertrags, mit dem allein angemessen sichergestellt ist, daß jeder, der willig und fähig ist zu studieren, durch Studiengebühren davon nicht abgehalten wird, und der dazu führt, daß die Hochschulen ein originäres Eigeninteresse am beruflichen Erfolg der Studenten hinzugewinnen. Jeder Student soll wählen können, ob er die Gebühren laufend zum Studium zahlt oder zunächst gebührenfrei studiert und sich im Gegenzug verpflichtet, die Hochschule später am Einkommen zu beteiligen. Bei einer Gebührenhöhe von 500,‑ EUR pro Semester sollen fünf Jahre nach Exmatrikulation über eine Dauer von zehn Jahren pro Studiensemester 0,25% des Jahreseinkommens gezahlt werden. In besonders schwachen Einkommensjahren entfällt die Zahlungspflicht ohne Anrechnung auf den Rückzahlungszeitraum.
- Die Studiengebühreneinnahmen sollen im Sinne der Studenten für Infrastruktur, (Lehr‑)Personal und Forschung ausgegeben werden. Die staatlichen Mittelzuweisungen sollten absolut und relativ zu den Studentenzahlen erhöht werden.
- Die Verschulung des Studium ist sinnvoll. Hochschulen müssen Orte wissenschaftlich vertieften Studiums bleiben. Alle Studenten sollen ein Studium Generale durchlaufen und zum Sport angehalten werden.
- Die Verwendung der Ausgaben der studentischen Vertretungen ist genau zu kontrollieren, die Mittelzuweisung an die Wahlbeteiligung zu knüpfen.
- Die Vereinbarkeit von Studium und Familie muß verbessert werden.
Das vollständige Bildungsprogramm können Sie hier als pdf herunterladen.
