Gruppenvorsitzendenkonferenz in Wesseling – RCDS Stimme der Demokratie und Freiheit

Am Tag der Deutschen Einheit begann die alljährliche Gruppenvorsitzendenkonferenz (GVK) des RCDS-Bundesverbands im Tagungszentrum der Konrad-Adenauer-Stiftung in Wesseling bei Köln/Bonn.

Die Delegierten – unter ihnen drei Vertreter aus Hamburg – beschlossen einen Leitantrag, mit dem vielfältige Maßnahmen vorgeschlagen werden, Studienabbrüche zu verhindern. Daneben wurde eine Vielzahl weiterer Anträge zu hochschul- und bildungspolitischen sowie zu allgemeinpolitischen Fragen debattiert. Unter anderem ging es um die Perspektiven der Atomkraft in Deutschland.

Der RCDS tritt in besonderem Maße dafür ein, die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer zu stärken. Die Begeisterung hiefür muß schon im Kindesalter stärker geweckt werden. Partnerschaften mit Unternehmen, Praktika, mehr und besserer Unterricht in Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie und Astronomie sowie eine höhere Attraktivität des Lehrerberufs in diesen Fächern sind Grundvoraussetzungen dafür, einen weiteren Irrweg Abertausender Schulabgänger in Studienfächer zu verhindern, die keine berufliche Zukunft bieten. Der Frieden und der Wohlstand Deutschlands und Europas hängen von dem Erfindergeist künftiger Ingenieursgenerationen ab. Naturwissenschaftler werden auch maßgeblich gefordert sein, die Herausforderungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung zu bewältigen.

Auf der GVK sprach daher auf Einladung des RCDS Horst Dolger für die Initiative MINT (www.mintzukunft.de), die sich mit zahlreichen Maßnahmen der Aufgabe annimmt, die Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu verbessern.

Vierzig Jahre nach 1968 sprach außerdem Prof. Dr. Gerd Langguth, RCDS-Bundesvorsitzender in den Jahren 1970 bis 1974, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Professor für Politikwissenschaften in Bonn, über die Auswirkungen der Studentenrevolte auf die Gegenwart. Er forderte, die 68er-Aktivisten nicht anhand vermeintlich kausal verknüpfter Liberalisierungsentwicklungen in den letzten Jahren zu messen, sondern anhand ihrer ursprünglichen Ziele. Prof. Dr. Gerd LangguthWährend Walter Jens dem Studentenführer Rudi Dutschke ein “jesuanisches Wesen” bescheinigt habe, sei in dessen Denken bereits der Keim für die späteren Gewalttaten der RAF gelegt. Schon vor 1968 lasse sich bei Dutschke und anderen Galionsfiguren der Studentenrevolte ein antidemokratisch-totalitäres Gedankengut nachweisen. Langguth, selbst evangelischer Christ, wies auch auf den protestantischen Hintergrund Dutschkes und anderer 68er hin. Viele Katholiken wären womöglich weniger anfällig gewesen für die Irrwege der Studentenbewegung. Die Modernisierung der Gesellschaft seit den 60er Jahren hätte die Studentenrevolte womöglich beschleunigt, aber nicht verursacht. Schon gar nicht könne ihr Beitrag dazu über sozialistische, undemokratische Gesinnung hinwegtäuschen.

Langguth forderte die anwesenden RCDS-Mitglieder auf, auch heute die Stimme für Demokratie und Freiheit zu erheben. Dem wollen wir Rechnung tragen.

Nach einer ökumenische Andacht am Vorabend des Erntedankfestes und einem fröhlich-rheinischen Beisammensein schloß die Gruppenvorsitzendekonferenz am 5. Oktober nach weiteren Antragsberatungen mit der deutschen Nationalhymne.

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