Bundesdelegiertenversammlung in Berlin
Vom 29. Februar bis 2. März kamen im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin die Bundesdelegierten aller RCDS-Gruppen aus allen Landesverbänden zum Jahreskongreß “Nachhaltigkeit durch Bildung – Deutschland zwischen Information und Innovation” zusammen.
Der RCDS Hamburg war mit zwei Vertretern vor Ort: Andreas Rottler (rechts im Bild) für die Universität Hamburg und Johannes Keßner (links im Bild) für den Landesverband Hamburg und die RCDS-Gruppe an der Bucerius Law School.
Kern der Arbeit im RCDS sind die inhaltlichen Beratungen, mit denen auf die politische Arbeit der Parteien Einfluß genommen wird. Aus Hamburger Sicht hervorzuheben sind insbesondere die Beschlüsse zur Reform der Juristenausbildung und die Forderung nach einer Verdopplung der Bildungsausgaben. Der Bologna-Prozeß wurde kritisch evaluiert. Für Medizinstudenten von Interesse: Der RCDS setzt sich für die Rückführung des Pflegepraktikums auf eine Dauer von 60 Tagen und dessen bessere Strukturierung ein.
Viele weitere Theman wurden diskutiert. Die Delegierten sprachen sich etwa gegen einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn aus und für die stärkere Thematisierung des SED-Unrechts im “real existierenden Sozialismus” der sog. DDR an den Schulen.
Hauptgäste des RCDS-Jahreskongresses 2008 waren der ehemalige Vorsitzende des RCDS Hamburg und heutige Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble sowie die Bundeskanzlerin und CDU-Bundesvorsitzende Dr. Angela Merkel.
Dr. Friedbert Pflüger berichtete eindrucksvoll aus seiner Zeit als RCDS-Bundesvorsitzender in den 70er Jahren und der damaligen politischen Auseinandersetzung mit der politischen Linken und RAF-Sympathisantenszene an den Universitäten. Wenn heute wieder linksextremistische Initiativen neben RAF-Logos in den Städten “Keine Träne für Buback” plakatieren, DKPler in die Landesparlamente einziehen und ein Mitglied der “Roten Hilfe”, Franziska Drohsel, Juso-Bundesvorsitzende werden konnte und sich erst auf Druck des RCDS – offensichtlich fadenscheinig – aus der Roten Hilfe zurückzieht, dann gewinnt Pflügers Geschichtsunterricht erstaunliche Aktualität.
Schäuble betonte die Bedeutung demokratischen Engagements. Angesichts schwindender Wählerbindung und den Polarisierungstendenzen der Mediengesellschaft sei die Gefahr einer Polarisierung groß. Mäßigung sei eine Voraussetzung dafür, die Freiheit zu sichern. Demokratie brauche Führung.
Die Bundeskanzlerin bestätigte in ihrer Rede am Sonnabend Haltungen, die auch der Hamburger RCDS immer wieder offensiv vertreten hat: Die Schulzeitverkürzung von dreizehn auf zwölf Jahre sei richtig, das Zentralabitur das richtige Instrument, besser vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. Den erst am Sonntag beschlossenen Antrag aus Hamburg zur Reform der Juristenausbildung unterstützte sie indirekt mit klaren Worten: Sie könne die Distanz vieler Juristen gegenüber dem Bachelor- und Mastersystem nicht verstehen. Vielleicht bräuchten die Juristen etwas länger, der Bachelor, so prophezeite sie, würde aber kommen. Ein Jura-Studium, in dem man immer noch kaum keine Prüfung machen könne, ohne einen Repetitor aufzusuchen, sei nicht zukunftsfähig.
Das war Wasser auf die Mühlen des Hamburger RCDS. Die Vorteile von Bachelor- und Masterstrukturen intelligent mit dem bewährten Staatsexamen zu verbinden, wäre ein Segen für viele Studenten und die Bildungskultur; darauf hinzuarbeiten ist das Gebot der Stunde.
Der RCDS blickt kämpferisch und zuversichtlich in die Zukunft! Der RCDS ist auch 2008 die Stimme der Freiheit und Demokratie an den Hochschulen. Und im Unterschied zu den pragmatischen Fachlisten verfügt der RCDS über die besseren Kontakte zur Politik, die notwendig sind, um aus wohlfeilen StuPa- und ASta-Beschlüssen mittelfristig auch Gesetze zu machen.


