Rita Süssmuth spricht auf Einladung des RCDS

Rita SüssmuthAm 20. Februar sprach Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth (CDU) auf Einladung der RCDS-Gruppe an der Bucerius Law School zum Thema Migration und Integration im Studium Generale der Bucerius Law School. Die Veranstaltung begann um 18.30 Uhr im Heinz-Nixdorf-Hörsaal.

Süssmuth war von 1985 – 1988 Bundesfamilienministerin und anschließend bis 1998 Präsident des Deutschen Bundestages. Im Jahre 2000 wurde sie Vorsitzende der Unabhängigen Kommission Zuwanderung, die ein Gesamtkonzept für ein neues, liberales Ausländerrecht erarbeitete. Seit dem Jahre 2005 ist sie Präsident der OTA Hochschule in Berlin.

Ausgangspunkt ihres Vortrags war die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Migration weltweit, bevor die Situation in Deutschland beleuchtet wurde. Süssmuth stellte heraus, dass es weltweit eine Liberalisierung in vielen Bereichen gebe, etwa im Kapital- und Güterverkehr ─ bei der Migration hingegen sei diese Entwicklung nicht zu verzeichnen. Dabei sei die Migration von 200 Mio. Menschen weltweit mehrheitlich unfreiwillig gewesen. Auch werde die Bedeutung von Rückzahlungen der Migranten in ihre Herkunftsländer für die weltweite Entwicklung und Stabilität verkannt. Süssmuth mahnte eine globale Migrationspolitik an, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. In Deutschland werde schon sprachlich anhand der weitläufigen Verwendung von „Zuwanderung“ anstelle von „Einwanderung“ oder „Immigration“ mangelndes Problembewusstsein deutlich. Auch die Reformen der letzten Jahre, so die Ausnahmen zum Anwerbestopp, stellten eine ─ auch statistisch nachweisbar ─ zu hohe Hürde für Einwanderung dar. Schon aus demografischen Gründen sei man hierzulande aber auf diese angewiesen, um die Übergänge zu dämpfen. Deutschland müsse sich zu seinem Status als Einwanderungsland bekennen und anstatt Assimilation zu fordern, die Andersartigkeit der Migranten wertschätzen lernen.

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