CDU-Hochschulreform verzeichnet sichtbare Erfolge

Fünf Jahre nach Vorlage der Empfehlungen zur Reform der Hamburger Hochschulen durch die sog. „Dohnanyi-Kommission“ hat Wissenschaftssenator Jörg Dräger einen Bericht über den erreichten Umsetzungsstand an den Vorsitzenden der Kommission Dr. Klaus v. Dohnanyi übergeben.

Auf der Basis der Kommissions-Empfehlungen von 2003 hat der Senat den seit Jahrzehnten umfangreichsten Erneuerungsprozeß des Hamburger Hochschulsystems eingeleitet und in großen Teilen umgesetzt. Langjährige Blockaden wurden aufgehoben, Ressourcen gebündelt, strukturelle Fehlentwicklungen korrigiert und zukunftsorientierte Schwerpunkte gesetzt.

Die Erneuerungsprozesse des Hamburger Hochschulsystems zeigen bereits erste Erfolge:

1. Verbesserung der Situation in Studium und Lehre
Bereits zum Wintersemester 2007/2008 wurden alle Hamburger Studiengänge (bis auf Jura, Medizin und Kunst) auf das Bachelor-Master-Studiensystem umgestellt. Die Einführung des BA/MA-Systems sowie die zusätzlichen Einnahmen z.B. aus Studiengebühren haben zu einer deutlich verbesserten Betreuung in vielen Fächern geführt. Die Zahl der Hochschulabsolventen hat sich in Hamburg von 2001 bis 2006 um 36% erhöht. Die in 2001 mit knapp 50% zu niedrige Studienerfolgsquote stieg seitdem um 12 %. Außerdem erhielten die Hochschulen 2004 das Recht, ihre Studierenden selbst auszuwählen.

2. Konzentration und Exzellenzförderung in der Forschung
Der Senat unterstützt mit einer konsequenten Förderpolitik die Exzellenzbildung im Forschungsbereich. Wichtige Schwerpunkte wurden insbesondere in der Klimaforschung, der Nano- und Biotechnologie, der Strukturforschung, der Logistik und dem China-Kompetenz-Cluster gesetzt. Der Prozeß der Schwerpunktsetzung zeigt bereits erste Erfolge:

  • Klimaforschung: Gewinn des Exzellenzclusters „CliSAP“ in der Exzellenzinitiative und Ausbau des Deutschen Klimarechenzentrums (zusammen ca. 100 Mio. Euro).
  • Strukturforschung: Bau des Freien Elektronen-Laser X-FEL am DESY (1 Mrd. Euro); Gründung des Anwendungszentrums C-FEL (ca. 50 Mio. Euro), das nach fünf Jahren in ein für Hamburg drittes Max-Planck-Institut überführt werden soll.
  • Nano- und Biotechnologie: Gründung zweier Zentren für Nanotechnologie (ca. 18 Mio. Euro); Gewinn des Clusters „Biokatalyse 2021“ (20 Mio. Euro) durch die TUHH.
  • Logistik: Gründung der Kühne School of Logistics mit einem Forschungsschwerpunkt Logistik dank einer Spende der Kühne-Stiftung (30 Mio. Euro).
  • China: Gewinn der EU-Ausschreibung um die Europe-China School of Law durch ein internationales Konsortium unter Leitung der Universität Hamburg (35 Mio. Euro).

3. Grundlegende Strukturreform der Hamburger Hochschulen
Mit einer umfassenden Hochschulstrukturreform wurden unflexible Strukturen aufgelöst, die Anzahl der Entscheidungsgremien reduziert und die Verantwortlichkeiten in den Hochschulen klarer geregelt. Über 285 Gremien wurden abgeschafft. Statt bisher 31 „Fachbereiche“ an Universität und Fachhochschule gibt es heute in Hamburg 10 leistungsfähige, in Fragen von Studium und Lehre sowie der Forschung weitestgehend autonom agierende Fakultäten. Die Autonomie der Hochschulen wurde weiter gestärkt, indem eine Vielzahl (vorher behördlichen) Genehmigungs- und Entscheidungskompetenzen auf die Hochschulen übertragen wurden.

Gleichartige Angebot der Hamburger Hochschulen wurden gemäß den Empfehlungen des Kommissionsberichtes zusammengeführt und dadurch die Zersplitterung der Hamburger Hochschullandschaft aufgehoben:

  • Integration der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) in die Universität Hamburg
  • Bündelung der Bauausbildungen in der neuen HafenCity Universität
  • Konzentration der Medienausbildung auf dem Campus Finkenau

4. Bessere und verläßliche Finanzausstattung für die Hamburger Wissenschaft
Der Sparkurs früherer Senate wurde beendet und die Hochschulen erhielten finanzielle Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre. Durch die Umstellung auf die sog. Drei-Säulen-Finanzierung werden die Hochschulen seit 2005 leistungsorientiert (z.B. nach Absolventen) finanziert.

Innerhalb der letzten sieben Jahre ist der Wissenschaftsetat um 22,8 % gestiegen. Die strukturelle Unterfinanzierung der Universität ist durch die Aufstockung des Universitätsbudgets um mittelfristig weitere 9,5 Mio. Euro pro Jahr beendet worden. Durch die Einführung von Studiengebühren stehen jährlich ca. 40 Mio. Euro zusätzliche Mittel für die Verbesserung der Lehre zur Verfügung.

Bis 2011 fließen zusätzlich weitere ca. 200 Mio. Euro durch den Hamburger Pakt für Exzellenz und Wachstum, den Hochschulpakt 2020, den Forschungspakt und die Exzellenzinitiative in die Hamburger Wissenschaft. Aufgrund moderner Strukturen und Steuerungsinstrumente ist es gelungen, die jährlichen Drittmitteleinnahmen (2001-2006) um 16% zu steigern. Dies bedeutet ein jährliches Plus von 15 Mio. Euro.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger: „Die Hamburger Strukturkommission war mit vielen ihrer Vorschlägen ihrer Zeit voraus; ihre Arbeit wurde bereits als Blaupause für Deutschland bezeichnet. Die Empfehlungen sind unverzichtbare Grundlage unserer Reformaktivitäten und die ersten Erfolge bestätigen uns auf unserem Weg. Es hat sich auch als richtig erwiesen, daß die Kommission eine Reform aus einem Guss vorgelegt hat, bei der es keine Rosinenpickerei geben konnte: So mußten die schwierigen genauso wie die erfreulichen Maßnahmen umgesetzt werden. Stark gestiegene Absolventenzahlen, die deutlich verbesserte Finanzausstattung sowie der Erfolg in der Exzellenzinitiative bestätigen unsere Reform.“

Das Dokument können Sie hier im pdf – Format herunterladen.

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