CDU-Hochschulreform verzeichnet sichtbare Erfolge

16. Februar 2008
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FĂŒnf Jahre nach Vorlage der Empfehlungen zur Reform der Hamburger Hochschulen durch die sog. „Dohnanyi-Kommission“ hat Wissenschaftssenator Jörg DrĂ€ger einen Bericht ĂŒber den erreichten Umsetzungsstand an den Vorsitzenden der Kommission Dr. Klaus v. Dohnanyi ĂŒbergeben.

Auf der Basis der Kommissions-Empfehlungen von 2003 hat der Senat den seit Jahrzehnten umfangreichsten Erneuerungsprozeß des Hamburger Hochschulsystems eingeleitet und in großen Teilen umgesetzt. LangjĂ€hrige Blockaden wurden aufgehoben, Ressourcen gebĂŒndelt, strukturelle Fehlentwicklungen korrigiert und zukunftsorientierte Schwerpunkte gesetzt.

Die Erneuerungsprozesse des Hamburger Hochschulsystems zeigen bereits erste Erfolge:

1. Verbesserung der Situation in Studium und Lehre
Bereits zum Wintersemester 2007/2008 wurden alle Hamburger StudiengĂ€nge (bis auf Jura, Medizin und Kunst) auf das Bachelor-Master-Studiensystem umgestellt. Die EinfĂŒhrung des BA/MA-Systems sowie die zusĂ€tzlichen Einnahmen z.B. aus StudiengebĂŒhren haben zu einer deutlich verbesserten Betreuung in vielen FĂ€chern gefĂŒhrt. Die Zahl der Hochschulabsolventen hat sich in Hamburg von 2001 bis 2006 um 36% erhöht. Die in 2001 mit knapp 50% zu niedrige Studienerfolgsquote stieg seitdem um 12 %. Außerdem erhielten die Hochschulen 2004 das Recht, ihre Studierenden selbst auszuwĂ€hlen.

2. Konzentration und Exzellenzförderung in der Forschung
Der Senat unterstĂŒtzt mit einer konsequenten Förderpolitik die Exzellenzbildung im Forschungsbereich. Wichtige Schwerpunkte wurden insbesondere in der Klimaforschung, der Nano- und Biotechnologie, der Strukturforschung, der Logistik und dem China-Kompetenz-Cluster gesetzt. Der Prozeß der Schwerpunktsetzung zeigt bereits erste Erfolge:

  • Klimaforschung: Gewinn des Exzellenzclusters „CliSAP“ in der Exzellenzinitiative und Ausbau des Deutschen Klimarechenzentrums (zusammen ca. 100 Mio. Euro).
  • Strukturforschung: Bau des Freien Elektronen-Laser X-FEL am DESY (1 Mrd. Euro); GrĂŒndung des Anwendungszentrums C-FEL (ca. 50 Mio. Euro), das nach fĂŒnf Jahren in ein fĂŒr Hamburg drittes Max-Planck-Institut ĂŒberfĂŒhrt werden soll.
  • Nano- und Biotechnologie: GrĂŒndung zweier Zentren fĂŒr Nanotechnologie (ca. 18 Mio. Euro); Gewinn des Clusters „Biokatalyse 2021“ (20 Mio. Euro) durch die TUHH.
  • Logistik: GrĂŒndung der KĂŒhne School of Logistics mit einem Forschungsschwerpunkt Logistik dank einer Spende der KĂŒhne-Stiftung (30 Mio. Euro).
  • China: Gewinn der EU-Ausschreibung um die Europe-China School of Law durch ein internationales Konsortium unter Leitung der UniversitĂ€t Hamburg (35 Mio. Euro).

3. Grundlegende Strukturreform der Hamburger Hochschulen
Mit einer umfassenden Hochschulstrukturreform wurden unflexible Strukturen aufgelöst, die Anzahl der Entscheidungsgremien reduziert und die Verantwortlichkeiten in den Hochschulen klarer geregelt. Über 285 Gremien wurden abgeschafft. Statt bisher 31 „Fachbereiche“ an UniversitĂ€t und Fachhochschule gibt es heute in Hamburg 10 leistungsfĂ€hige, in Fragen von Studium und Lehre sowie der Forschung weitestgehend autonom agierende FakultĂ€ten. Die Autonomie der Hochschulen wurde weiter gestĂ€rkt, indem eine Vielzahl (vorher behördlichen) Genehmigungs- und Entscheidungskompetenzen auf die Hochschulen ĂŒbertragen wurden.

Gleichartige Angebot der Hamburger Hochschulen wurden gemĂ€ĂŸ den Empfehlungen des Kommissionsberichtes zusammengefĂŒhrt und dadurch die Zersplitterung der Hamburger Hochschullandschaft aufgehoben:

  • Integration der Hamburger UniversitĂ€t fĂŒr Wirtschaft und Politik (HWP) in die UniversitĂ€t Hamburg
  • BĂŒndelung der Bauausbildungen in der neuen HafenCity UniversitĂ€t
  • Konzentration der Medienausbildung auf dem Campus Finkenau

4. Bessere und verlĂ€ĂŸliche Finanzausstattung fĂŒr die Hamburger Wissenschaft
Der Sparkurs frĂŒherer Senate wurde beendet und die Hochschulen erhielten finanzielle Planungssicherheit fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre. Durch die Umstellung auf die sog. Drei-SĂ€ulen-Finanzierung werden die Hochschulen seit 2005 leistungsorientiert (z.B. nach Absolventen) finanziert.

Innerhalb der letzten sieben Jahre ist der Wissenschaftsetat um 22,8 % gestiegen. Die strukturelle Unterfinanzierung der UniversitĂ€t ist durch die Aufstockung des UniversitĂ€tsbudgets um mittelfristig weitere 9,5 Mio. Euro pro Jahr beendet worden. Durch die EinfĂŒhrung von StudiengebĂŒhren stehen jĂ€hrlich ca. 40 Mio. Euro zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr die Verbesserung der Lehre zur VerfĂŒgung.

Bis 2011 fließen zusĂ€tzlich weitere ca. 200 Mio. Euro durch den Hamburger Pakt fĂŒr Exzellenz und Wachstum, den Hochschulpakt 2020, den Forschungspakt und die Exzellenzinitiative in die Hamburger Wissenschaft. Aufgrund moderner Strukturen und Steuerungsinstrumente ist es gelungen, die jĂ€hrlichen Drittmitteleinnahmen (2001-2006) um 16% zu steigern. Dies bedeutet ein jĂ€hrliches Plus von 15 Mio. Euro.

Wissenschaftssenator Jörg DrĂ€ger: „Die Hamburger Strukturkommission war mit vielen ihrer VorschlĂ€gen ihrer Zeit voraus; ihre Arbeit wurde bereits als Blaupause fĂŒr Deutschland bezeichnet. Die Empfehlungen sind unverzichtbare Grundlage unserer ReformaktivitĂ€ten und die ersten Erfolge bestĂ€tigen uns auf unserem Weg. Es hat sich auch als richtig erwiesen, daß die Kommission eine Reform aus einem Guss vorgelegt hat, bei der es keine Rosinenpickerei geben konnte: So mußten die schwierigen genauso wie die erfreulichen Maßnahmen umgesetzt werden. Stark gestiegene Absolventenzahlen, die deutlich verbesserte Finanzausstattung sowie der Erfolg in der Exzellenzinitiative bestĂ€tigen unsere Reform.“

Das Dokument können Sie hier im pdf – Format herunterladen.

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