RCDS wendet sich gegen „Blue-Card“-Pläne des EU-Kommissars Frattini

13. September 2007
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HAMBURG. Zu den Vorschlägen Franco Frattinis, zwanzig Millionen zusätzliche Einwanderer anzuwerben, erklärt der Landesvorsitzende des RCDS Hamburg, Johannes Keßner (25):

„Unbestritten ist die Tatsache, daß in Deutschland in verschiedenen Branchen ein Fachkräftemangel herrscht oder künftig zu herrschen droht. Die Gründe hierfür liegen vor allem in der Alterung der Gesellschaft, Defiziten im Bildungssystem, zu kurzen Arbeitszeiten und Fehlsteuerungen bei der Berufswahl.

Auf diesen Feldern sind daher zuerst auch die Lösungen zu suchen, auch wenn diese kurzfristig kaum erreichbar sind. Eine vorschnelle Ausdehnung der Zuwanderung mag volkswirtschaftlich eine gewisse Plausibilität besitzen. Eine rein ökonomische Betrachtung ist aber einseitig und läßt die kulturelle und bevölkerungspolitische Dimension in eklatanter Weise außer acht.

Die Regelung der Zuwanderung von Arbeitskräften ist eine Angelegenheit der Mitgliedstaaten, aus der sich die Europäische Union heraushalten soll. Deutschland benötigt nicht mehr, sondern weniger Zuwanderung.

Die Vereinigten Staaten von Amerika taugen nicht als Vorbild. Zwar gelingt es ihnen besonders gut, hochqualifizierte, integrationswillige Einwanderer zu gewinnen, während Deutschland und Europa vor allem Geringqualifizierte anzieht. Der entscheidende Attraktivitätsvorteil Amerikas liegt aber in seiner Englischsprachigkeit. Deutschland und der nicht-englischsprachige Teil Europas können daher nicht ernsthaft mit den Vereinigten Staaten konkurrieren.

Die für Deutschland verhängnisvolle Tendenz, eher schlecht Ausgebildete und weniger Integrationswillige aufzunehmen, würde daher durch eine großzügige ‚Blue-Card’-Regelung noch verstärkt. Dies muß verhindert werden.“

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